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Was Mussten Menschen Loslassen, Die Nichts Mehr Hergeben Können? – Bildquelle: Pixabay

Was mussten Menschen loslassen, die nichts mehr hergeben können?

Am Wochenende blieb ich an der Frage hängen: Was mussten Menschen loslassen, die nichts mehr hergeben können?

Diese Frage berührt mich zutiefst und erfüllt mich mit Mitgefühl – mit mir selbst, mit meiner Mutter, mit allen Menschen, die geliebte Menschen, ihr Zuhause, Hab und Gut, ihren Mut …. verloren haben und nun alles festhalten, damit nie wieder etwas fehlt oder weh tut.

Ich hoffe, dass Du freundlich zu Dir selbst sein kannst, auch wenn Du mehr ansammeln und festhalten musst, als Du brauchst. Egal, ob das Kleidung, mit aussortierten Sachen gefüllte Kisten,leere Einweckgläser oder ein übervoller Kühlschrank ist.

Wenn Du Dir die Frage stellst: Was musste ich hergeben, dass ich dieses, jenes, vieles oder nichts mehr hergeben kann? kennst Du wahrscheinlich die Antwort.

Vielleicht hast Du Mutter, Vater, Geschwister oder ein Kind verloren. Das ist so traurig und tut so weh.
Das Behalten bestimmter Sachen wie Kuscheltiere, Erinnerungsstücke, etc. gibt Dir Trost und zumindest ein bisschen Halt. Vielleicht brauchst Du als Alleingeborener Zwilling oder Drilling Vieles doppelt und dreifach, um Dich besser zu fühlen.

Es kann aber auch sein, dass Du den Verlust nicht selbst erlitten hast, sondern Deine Vorfahren und Du nun an ihrer Stelle Sachen festhältst.
Kriegsenkel tun das häufig.
Ihre Eltern, Großeltern und Urgroßeltern, denen es in den schlimmen Kriegsezeiten oft an allem fehlte, wurden mitunter zu „Messies“ und versuch(t)en damit diese lebensbedrohlichen Mangelerfahrungen zu kompensieren. Die nachfolgenden Generationen haben all die ungetrösteten Emotionen geerbt und kompensieren auch immer noch mit Ansammeln und Festhalten.
In Familien, die Hunger litten, ist die Küche möglicherweise mit Essen und Vorräten vollgestopft. Manche Menschen müssen immer mehr essen als sie brauchen und verstehen erst vor dem Hintergrund des emotionalen Erbes den Zusammenhang und erkennen Lösungsmöglichkeiten.
Haben die Vorfahren erbärmlich gefroren, wundert es nicht, dass auch heute noch in Kleiderschränken Unmengen Jacken, Schuhe und Pullover angehäuft werden.
Und Menschen, die ihr Zuhause und all ihr Hab und Gut hinter sich lassen mussten, um ihr Leben zu retten, werden wohl viele Taschen und Koffer im Haus haben, um viel einpacken und wegtragen zu können.

Wer ahnt in unserer heutigen Überflussgesellschaft schon, dass das Zuviel aus dem Zuwenig entstanden ist.

Was auch immer Du hergeben musstest oder Deine Ahnen verloren haben und was auch immer Du nun festhalten musst:

Sei bitte freundlich, mitfühlend und nachsichtig mit Dir selbst.
Verurteile Dich nicht.
Tu Dir keinen Zwang und keine gewaltsame Entrümplungsaktion an.
Sei liebevoll und freundlich mit Dir selbst.

Ich kann das nicht oft genug wiederholen, denn es ist so wichtig mit der Selbstverurteilung und Selbstbestrafung aufzuhören.

Hilfreicher ist es, wenn Du Dich fragst:

Wie kann ich mich, meine Inneren Kinder und erwachsenen Seelenanteile trösten?
Wie kannst ich meine Ahnen trösten und erlösen?

Das sind wichtigere Fragen, als Dir Druck zu machen, gesellschaftsfähig zu sein und zu überlegen: wie krieg ich das Zeug aus dem Haus.

Du kannst es erst dann in Frieden loslassen, ohne umgehend für Ersatz zu sorgen, wenn Du auf einem Weg der Selbstempathie Deine Seele mitnimmst und auch Deine Ahnen erlöst.

Du kannst erst dann loslassen, wenn Du Dich entspannen kannst.Und das geht nur, wenn Du Dich gut sein lässt auch mit allem Ansammeln und Festhalten müssen und wenn Du fühlst, dass es nicht weh tun wird, das, was zuviel ist, liebevoll und achtsam zu verabschieden.

Mit mir selbst und mit meinen KlientInnen arbeite ich viel mit inneren Bildern. Wir wenden uns uns und den Vorfahren zu und geben uns und ihnen in den inneren Bildern das (zurück), was wir und sie im Leben so schmerzlich vermisst haben: Nahrung, Wärme, das Zuhause, Schutz, Trost, Sicherheit. Und so wie wir unsere eigenen Seelenanteile aufspüren und zu uns zurückholen, nehmen wir auch die Verbindung zu den verlorenen geliebten Menschen wieder auf und erleben sie neu in einem geschützten, liebevollen inneren Raum.

Dabei entspannt sich etwas in uns und je mehr Frieden und Sicherheit und Vertrauen in uns wachsen, um so leichter wird es im Alltag und dann können wir uns auch erleichtern – von Dingen, die wir (stellvertretend) aufbewahrt haben und nicht (mehr) wirklich brauchen, aber auch emotional, mitunter auch körperlich.

Wenn Du dieses Thema spannend findest, kannst Du in meiner Mediathek weiterlesen.

Wenn Du weitere Fragen hast, schreib mir gern.

Herzliche Grüße, Anne

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